Fachbereiche der Flatow-Oberschule

Gesellschaftskunde

Der Fachbereich Gesellschaftskunde stellt sich vor
(Geschichte, Sozialkunde, Politikwissenschaft)

Lernen wir aus der Geschichte?
Um diese Frage beantworten zu können, müssen wir uns zuerst mit unserer eigenen Geschichte beschäftigen.
Also, wo kommen wir Menschen her, wie haben wir uns in der Vergangenheit verhalten?
Und wir müssen uns mit den sogenannten “Großen” und „Kleinen“ und ihren Stärken und Schwächen befassen, um zu sehen, dass diese wie alle Menschen Glück und Pech in ihrem Leben erfahren (haben).
Wenn wir das erkennen, können wir aus der Geschichte etwas lernen, möglicherweise Entscheidungen anders treffen und/oder Fehler vermeiden.
Zu erkennen, dass Menschen zu allen Zeiten vor Herausforderungen standen und sich überlegen mussten, wie sie diese bewältigen können, das macht das Fach Geschichte so spannend.

Und das führt dann zu verschiedenen Aktivitäten:

  • In Rom auf den Spuren der Römer wandeln oder sich das Lieblingsschloss Friedrich II. in Potsdam anschauen.
  • Wir befassen uns mit der Industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts und erfahren im Fach Deutsch etwas über Schriftsteller und ihre Texte aus dieser Zeit.
  • Besuche von Gedenkstätten und die Teilnahme an workshops fördern das Wissen über die Zeit des Faschismus in Deutschland, das Verständnis für Menschen, die in dieser Zeit verfolgt wurden und die Bereitschaft, unsere Demokratie zu schützen und zu verteidigen.
  • Forschen nach den Lebensbedingungen jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Nazi-Zeit und an sie mit der Verlegung von Stolpersteinen erinnern.

Der Einzelne kann ja doch nichts ändern….
“Der Mann der den Berg abtrug, wer der gleiche, der einen kleinen Felsbrocken wegtrug” sagt ein chinesisches Sprichwort. Sicherlich kann ein Einzelner meist nur wenig verändern, aber nichts zu tun bedeutet überhaupt nichts zu ändern.
Das Fach Sozialkunde zeigt Wege auf, wie man in der Gemeinschaft mit anderen etwas für sich und für andere tun kann; es zeigt uns auch, wie man dabei vorgehen kann.
Und schließlich lernt man, wie man in einer demokratischen Gemeinschaft tolerant und respektvoll miteinander umgeht, welche Rechte, welche Pflichten man in dieser hat.
Und man erkannt sehr schnell, dass “Gemeinschaft” auch die Familie, der Freundeskreis, der Sportverein oder die Klasse sein kann.

Auch hier sind diverse Aktivitäten angesagt:

  • Gemeinsam mit dem Fach Ethik setzen wir Projekte gegen Gewalt und für Toleranz, Demokratie und Menschenrechte um.
  • Ein Besuch einer echten Gerichtsverhandlung zeigt die Unterschiede zu Barbara Salesch oder Alexander Holdt.
  • Unsere Schule ist „Friedensschule“, weil unsere Schülerinnen und Schüler am „work-for-peace“ – Tag mit ihrer Arbeit Geld verdienen, das sie für Projekte spenden, die Kindern und Jugendlichen in so genannten Entwicklungsländern helfen.

„Von Politik verstehe ich nichts….“
„Die da oben machen ja doch, was sie wollen…“
„Politik interessiert mich nicht…“

Drei Aussagen, die man häufig hört. Die aber deshalb nicht richtiger werden.

Die erste Aussage sagt viel über den Menschen, der sich hier äußert. Ob er wohl merkt,
dass er sich selbst als ahnungslos, ja sogar als dumm darstellt? Wahrscheinlich wäre er empört darüber, weil wir ihn dumm nennen.
Aber er selbst darf sich so bezeichnen?
Na, wenn das so ist, dann stimmt ja die zweite Aussage: Die oben machen, was sie wollen! Und zu Recht.
Wo kommen wir denn da hin, wenn die „Dummen“ nun auch noch mitreden wollen? Womöglich Interesse an Politik haben? Nein. Dann ist es schon besser, schön den Mund zu halten und sich höchstens im Stillen zu ärgern, weil mal wieder die Steuern erhöht werden. Nur manchmal fällt den „Dummen“, den Nicht-Interessierten auf, dass sie entgegen aller ihrer Beteuerungen mehr von Politik verstehen und sie sich mehr für Politik interessieren als sie zugeben wollen.
Und dann, aber nur dann, in diesen wenigen Augenblicken, fällt ihnen auf, dass sie Teil dieser Politik sind, sie mehr verstehen und sich mehr dafür interessieren, als sie sich eigentlich vorstellen konnten.
Und wenn sie dann ein wenig Mut, Zeit und Kraft aufbringen, dann können sie „denen da oben“ mal zeigen, was sie von deren Politik halten.
Das Fach Politikwissenschaft gibt Gelegenheit, politische Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen, gemeinsam mit anderen „Nicht-Interessierten“ und ebenso „Dummen“ zu diskutieren und über richtige und falsche Wege zu streiten und sich ein Urteil zu bilden. So geht ganz nebenbei die „Dummheit“ verloren.

Und auch hier gibt es verschiedene Aktivitäten:

  • Podiumsdiskussionen mit Politikern sind in Wahlkampfzeiten besonders spannend.
    Kandidaten für die Bundestags- oder Abgeordnetenhauswahlen werden eingeladen und den Fragen einer kritischen Schülerschaft ausgesetzt.
  • Aktivitäten wie das Planspiel Börse zeigen Schülerinnen und Schülern, das „Wirtschaft“ kein Geheimfach ist.
  • Bei Besuchen in Ministerien können Schülerinnen und Schüler Experten zur Außenpolitik, zur Europapolitik oder zur Globalisierung befragen und ihre Kompetenzen vielfältig weiter entwickeln.

i.A. Fachbereich Gesellschaftskunde: K. Nietzeldt